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„Kyrill“ fegte die ganze Nacht von
Donnerstag auf Freitag über Österreich hinweg. Er verursachte viele Schäden –
aber uns konnte er von dem Vorhaben die Züchter und Pferdefreunde „im Westen“
zu besuchen nicht abhalten. Michael Baerecke (Tinker), Friedrich Kettl (Shetlandpony) und
Elisabeth Ollinger machten sich bei Sturm und Regen auf den Weg. Unser Obmann
Prof. Maier stieß dann in Vorarlberg zu uns. Aber siehe da (wie immer wenn Englein
reisen) besserte sich das Wetter zusehends je weiter wir nach Westen kamen.
Unser erster Besuch galt PETER, einem sehr typvollen Minishetty-Hengst. Der
kleine Fuchs mit blütenweißer Mähne stammt aus bester deutscher Zucht – seine
Vorfahren sind das who is who in der Shettyszene. Sein Besitzer, Herr
Reinprecht, ist anerkannter Haflingerzüchter, er weist beachtliche Zuchterfolge
auf (3 in Tirol gekörte Hengste!). Auf seinem Bauernhof im Bregenzer Wald gibt
es auch noch Schafherden (schöne Schwarzkopf-, Vierhorn- und ganz schwarze
Schafe). Von der Familie Schenk in Bregenz wurden wir – wie immer sehr herzlich
aufgenommen, den Abend verbrachten wir dort mit Helmut und führten nette
„Züchter- und Fahrergespräche“.
Am Samstag ging es wieder in den Bregenzer
Wald um PETER zu einem vollwertigen Mitglied der Gruppe „Zuchthengste des ÖZP“
zu machen. Er wurde vermessen, bewertet, gezeichnet – nahm dies alles sehr
gelassen hin - und natürlich anerkannt. Sein Stallgefährte, ein 1 1/2jähriger
Tigerhengst, allerdings auch ein Fuchs mit weißer Mähne, war eher schon
aufgebracht. Da kommen wildfremde Leute und betatschen den Freund – das geht
nicht. Anschließend besuchten wir Frau Steurer. Sie besitzt zwei neue sehr
schöne Tinkerstuten, eine hat ein Barocktinkerfohlen bei Fuß – ein sehr
ansprechender Hengst mit Stern und einem kleinen Abzeichen am Fuß. Zu bestaunen
gab es auch Mongolenponies – eine sehr native Rasse und wahrscheinlich nicht
ganz einfach im Handling.
Sodann schnell wieder zurück nach Bregenz
zum Züchtertreffen, welches auch zu unserer großen Freude Familie Reinprecht
besuchte. Hier konnte Friedrich Kettl uns alle in Erstaunen versetzen – er kann
die Abstammungen der deutschen und belgischen Zuchtlinien viele Generationen
zurück aus dem Stehgreif aufsagen. Peter Schenk erzählte von seinen
Turniererfolgen in ganz Europa. Eine wirklich nette Runde Gleichgesinnter bekam
von unserem Obmann und den Sektionsleitern kompetente Antwort auf alle Fragen.
Und wieder in den Bregenzer Wald zu Klaus
Dorner, dem leider voriges Jahr einer seiner gekörten Konikhengste verstorben
ist. Nit musste Haare lassen – das DNA-Labor konnte die Probe von der
Hengstanerkennung nicht auswerten. Klaus hat zwei neue Konikwallache, eine
trächtige Stute und natürlich Nit - die Trainingskutsche war schon
bereitgestellt – die vier Ponies angeschirrt – also auf zum Training. Viel
Erfolg!
Jetzt war „Vincentbesuch“ angesagt im
Klostertal bei Lisa und Michael Broger. Vincent ist der „Chef im Hause Broger“
und ein spezieller Freund von Michael Baerecke – sein Charme hält ihn gefangen
(hoffentlich können Tinker nicht lesen). Die sehr ansprechende Fuchsstute Elsen
Zarah war aufzunehmen. Eine etwas schlanke Almschönheit bei der Michael Broger
als Koch sich austoben kann.
Nun ab nach Mieming, wo wir wie immer
verspätet (Stau, brennendes Auto auf der Autobahn) ankamen. Margit und Georg
Kitzbichler erwarteten uns sehnsüchtig. Gillian Schorn und Familie Baumgartner
aus Imsterberg trafen auch bald ein. Das war ein langer Abend mit lustigen
Erzählungen und Erfahrungsaustausch auf allen Ebenen. Anschließend vielleicht
doch noch ein wenig an die Bar?
Früh morgens dann zu Familie Baumgartner in
Imsterberg hoch über dem Inntal um die Reitponystute Trixi und ihren Sohn zu
bewundern. Der 9 Monate alte kleine Hengst zeigte sich sehr vielversprechend.
Und jetzt ist wieder einmal Tinker-Time in
der Nähe von Innsbruck bei Sonja Hell auf einem tollen Pferdehof. Jacky ist eine kleine sehr nette, äußerst
gepflegte Tinkerstute. Frau Hell informierte sich ausführlich über Minishettys,
sie zieht in Erwägung drei Stuten zu kaufen, so war wieder einmal Friedrich
Kettl gefordert.
In der Nähe der Stadt Salzburg bei Anja
Mayer war Black Sligo, ein Anwärter auf die Weihen der Anerkennung zu
besichtigen. Ratschläge für die Körung waren gefragt. Black Sligo ist ein Sohn
des Black Fire von Herrn Schwarz.
Bei Frau Dr. Uschi Laireiter-Kanzler war
dann last but not least Lola Montez, eine sehr ansprechende, nette Tinkerstute
in das Zuchtbuch aufzunehmen. Lola Montez hatte durch die Haltungsbedingungen
beim Vorbesitzer eine sehr schwere
Huferkrankung, deren Heilung etwa 2 Jahre dauerte. Aber jetzt ist alles wieder
gut – Gott sei Dank.
Man sollte wirklich immer wieder an alle
Züchter und Halter den Appell richten: Sie haben freiwillig Verantwortung für
ein Lebewesen übernommen – tragen sie diese auch mit Herz und Hirn.
Jetzt doch noch den Magen füllen und ab in
die Heimat. Etwas müde aber sehr zufrieden sind wir dort auch alle gelandet.
Wir bedanken uns bei allen Pferdefreunden, die uns so nett aufgenommen haben.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei der
nächsten Züchterreise
Salzburg/Tirol/Vorarlberg vom 25. bis 27. Jänner 2008.
Bericht:
Elisabeth Ollinger Fotos: Michael Baerecke
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