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40 Jahre
ÖZP - E. Ollinger
So kündigte Bongo das Jubiläumschampionat
in der Pferderevue an. 40 Jahre sind ein halbes Menschenleben – und wie im
wirklichen Leben gab es in der Geschichte des ÖZP die „sieben fetten und auch
die sieben mageren Jahre“. Eine kleine Gruppe von Shetlandpony-Liebhabern schloss
sich zusammen und legte den Grundstein für gedeihliche Zuchtarbeit. Es folgten
Präsentationen auf der Wiener Messe, der Messe Wiener Neustadt, bei Volksfesten
und natürlich auch Züchterreisen nach Holland und Deutschland (Schottland war
damals weit weg). Die Islandpferdezüchter wurden sodann gerne als Mitglieder
aufgenommen. Bei diesen Ponies spielte auch der Sport schon eine große Rolle –
und Österreich war erfolgreich. Die Shettyleute blieben aber nicht zurück und
„bauten“ selbst Kutschen – der Fahrsport war geboren. Aber der Mensch strebt
nach höherem – so kamen die ersten Welsh-A und B Ponies nach Österreich. Wir
hatten bald ausgezeichnetes Zuchtmaterial – die Zucht boomte. Aber auch der
Sport blieb nicht auf der Strecke – das erste Fahrturnier für Ponies wurde in
Zistersdorf vom ÖZP veranstaltet, Laa/Thaya folgte, usw. (erst vor kurzem
wurden unsere Mitglieder vom Bundesfachverband für diese Initiative geehrt). Ja
und dann gibt es ja auch noch Reiter – Reitponies, Connemaras, New Forester
traten auf den Plan und zeigten ihr Können und vor allem das Wollen. Und jetzt
war es so weit – es kamen die Spezialrassen. Der mystische Berber aus Afrika,
die eleganten Andalusier, Achal-Tekkiner und Ukrainer aus dem fernen Osten, Mangalarga-Marchadores,
Paso Fino und Paso Peruano, Aegidienberger die faszinierenden Mehrgänger aus
Südamerika, Fellponies aus England, Huzulen und Koniks urwüchsig und stark aus
„Altösterreich“, Fjordpferde und Schwedisches Kaltblut aus dem hohen Norden und
vor allem Irish-Tinker die coolen Schecken aus Irland. Es sollte sich niemand
entgehen lassen, wenn Bongo am höchstgelegenen bewirtschafteten Bauernhof
Österreichs am Arlberg bei strahlendem Sonnenschein, glitzerndem Schnee seine
Chefrolle spielt – cool.
So und jetzt DAS Megaevent – it’s Showtime
- BUNDESCHAMPIONAT 2006. Ich will hier keinen Ablaufbericht liefern sondern nur
einige Eindrücke schildern. Einem fach- und sachkundigen, kompetenten
Richterkollegium, Frau Nüssgens und Herr Strauch (dieser brachte sogar seine
eigenen Kegel für die Fahrprüfungen mit) aus Deutschland, Dr. Urbas, Dr.
Schaufler, Dr. Maier und Herrn Schäffer stellten sich fein herausgeputzt die
„Kandidaten“ zur Bewertung. Mit fein herausgeputzt das hat so was auf sich –
beide Dr. Führer’s konnten nicht fassen was ihr Liebling mit den
Verdauungsprodukten im Anhänger anstellen konnte – also waschen die zweite.
Fiona verstand auch nicht wirklich warum man hier adrett und nett blickend
seine Zeit vertrödeln soll – zu Hause wäre es sicher gemütlicher. Vor allem der
Brötchengeber wäre weniger nervös und gedanklich weit davon entfernt einem im
fremden Land von fremden Leuten führen lassen. Es beeindruckte mich ungemein
eine derart gute Auswahl an Tinkern mit ihren tollen Behängen auf einem Platz
zu sehen. Unterschätzen wir den Tinker nicht – manch einer meint ein so
„globiges“ Pferd hat keine Bewegung“ – mitnichten - die Verstärkung und vor
allem der Übergang vom Gebrauchstrab eines Gespannes war sehenswert. Die
Welsh-Ponies – edel und charmant – fast ist man versucht zu sagen „wie immer“.
Die Nachzucht viel versprechend. Die großen Sportler Reitpony, New Forest und
Connemara – ausgezeichnetes Zuchtmaterial und auch unter dem Sattel perfekt.
Eine Gruppe perfekter Minis mit toller, quirliger Nachzucht – ein Vergnügen
diesen lebensfrohen Kleinen zuzuschauen. Das Schwedische Kaltblut gelassen,
sich ihres imposanten Ausdrucks bewusst – klein Gustav würdevoll – sich seiner
Rolle voll bewusst. Und noch etwas: Bei diesem Züchternachwuchs braucht uns nicht
bang zu sein. Anna Hochfellner, 4 Jahre alt, stellte ein Fohlen neben der
Mutter auf – so etwas von gekonnt, wie aus dem Lehrbuch. Die Veranstaltung war
vor allem am Samstag extrem gut besucht, ich konnte renommierte Haflinger- und
Norikerzüchter entdecken aber auch die Fanclubs hatten nicht ausgelassen. Viele
ehemalige Mitglieder, die die Ponyzucht aufgegeben haben, zeigten Interesse und
kamen.
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